justcarve

Vail | Aspen 2011


Kanzler und Gizmo in Colorado

Seid mir gegrüßt, ihr Begeisterten da draußen.

Warum Begeisterte? Na, wer es erst mal bis hierher auf unserer Seite geschafft hat, der muss von unserem Sport begeistert sein...

Also es geht los:

Mein Schatz und ich waren nun das zweite Mal in USA zum Carven und bevor ich auf die Unterschiede im einzelnen eingehe, möchte ich ein paar grundsätzliche Sachen zu dieser Reise schreiben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Anreise und Vorbereitung:

Wer in die USA einreisen will, der muss eine ganze Menge im Vorfeld beachten, sonst lassen die euch nicht rein - knallhart.

Du brauchst eine sogenannte ESTA-Anmeldung. Damit bescheinigt man seine weiße Weste (da wurde vor zwei Jahren noch tatsächlich die frühere Mitgliedschaft in der NSDAP abgefragt, na ja...). Ohne die ESTA Registrierung kannst du am Flughafen nicht mal mehr einchecken.

Du musst schon beim Abflug für die Verwendung bei der Immigration (also beim ersten Flughafen in den USA, an dem ihr aussteigt) eine genaue Adresse angeben können, wo du dich aufhalten wirst - so richtig mit Straße und Hausnummer etc.

Ein GÜLTIGER Reisepass ist ein MUSS. Der deutsche Personalausweis reicht nicht (mit dem kommst du nicht mal in die Disse - wers mag).

Aufgepasst, wenn ihr Staatsangehörige aus dem ehemaligen Ostblock seid. Ein Kumpel von uns ist Slowake und hat verpennt ein Visum rechtzeitig zu beantragen er musste zu Hause bleiben.

Sehr wichtig ist auch eine stattlich gedeckte Kreditkarte (Visa am Besten). Wenn ihr einen Mietwagen wollt, oder zum Arzt gehen müsst, musst du liquid sein.

Vor Ort:

Wenn mal der ellenlange Flug und sonstige Anreise geschafft ist, seid ihr im Boarderparadies angelangt. Wir waren wieder in Vail und haben an einem Tag einen Abstecher nach Aspen gemacht.

Egal wo, der Schnee und die Pisten lassen keine Wünsche offen. Die Schneequalität ist solide und fantastisch. Hängt wohl mit der sehr trockenen Luft zusammen. Apropos: Ihr solltet eure Nasenschleimhäute mit Sprays und Bepanthensalbe pflegen – nach spätestens zwei Tagen habt ihr Nasenbluten.

Die Pisten:

Breit, kaum was los, alle Schwierigkeitsgrade - noch dazu viele leichte Pisten, fast keine einseitig "hängende" Pisten, viel Powderangebot (aber das meiste an Spielwiese ist "groomed" also gewalzt), teilweise fährst du noch um 14 Uhr gerippte Oberflächen! Das gilt vor allem für Aspen, aber auch in Beaver Creek sind uns 2009 mal 13 Pistenraupen nebeneinander fahrend entgegengekommen! Das gibt dann genug Platz für eine lang gezogene Backside. Die schwarz mit einer oder zwei Rauten gekennzeichneten Abfahrten sind allerdings meist Buckelpisten - nicht ganz so spaßig für unsereins.

Das Wetter:

In Colorado ist ab Mitte Januar überwiegend gutes Wetter. Das heißt, meist gute Sicht, wolkig bis sonnig. So richtige Suppe, wie sie in den Alpen bisweilen herrscht, haben wir nicht erlebt. Zu Anfang des Winters kommt aber der ganze Schnee erstmal runter (was sich bis Ende Januar abspielt, gibt es in den Alpen wohl auch selten).

Die trockene Kälte spürt man nicht ganz so, wie die selbe Temperatur bei uns. Allerdings hatten wir an einem Tag dieses Jahr -34°C! Da geht was! Oder besser gesagt: nix, ohne Neoprenmaske und doppelter Unterwäsche. Temperatursturz von 25°C innerhalb von einem Tag! Man sollte also auch darauf vorbereitet sein.

Die Lifte:

Ewiges Anstehen an Liften ist hier kein Thema. In Vail ist deutlich mehr Betrieb als in Aspen, aber man muss nie lange Anstehen. Der wichtigste Unterschied beim Anstehen ist, dass nie eine Horde völlig verblödeter Idioten auf deinem heiß geliebten Brett herrum steigt oder das gute Stück mit Skistöcken zerkratzt. Dort geht es sehr diszipliniert zu, Vorfahrtschilder regeln das Einsteigen in den Lift (wichtig: alternierendes Einsteigen beider Anstellrichtungen beachten, sonst zieht man sich gern mal den Unmut der gesitteten Amerikaner zu!).

In Aspen (Highlands und Buttermilk) sind die Liftanlagen zum Teil recht veraltet. Dafür hast du aber die Piste nahezu für dich allein. Vail wirkt insgesamt etwas moderner, wie gesagt ist aber deutlich mehr los - am Wochenende empfehlen wir definitiv Aspen oder eines der kleineren Skigebiete HINTER Vail (von Denver aus gesehen), z.B. Beaver Creek. Bis dahin reicht die Blechlawine aus Vail nicht ganz.

Die Leute:

Fast alle Amerikaner, die wir getroffen haben, ob Liftboy oder Wintersportler, sind sehr nett und zuvorkommend. Den typischen Grantlhuber, den man bei uns recht oft antrifft, haben wir dort nicht gesehen.

Wie in anderen Bereichen auch, sind die Amis sehr Service-orientiert. Echt angenehm!

Des öfteren wird man angesprochen, wo man her kommt und was das ist, worauf man da fährt. Die meisten haben keine Ahnung, was ein Carveboard ist. Ich glaube, dass einige von denen uns insgeheim bemitleidet oder belächelt haben, weil wir kein "richtiges" Snowboard fahren. Allerdings waren zwei ältere Herren voll des Respekts und haben das auch kund getan – schön!

Zusammenfassung:

Aspen oder Vail - dort hast du gigantische Pisten- und Schneeverhältnisse. In Aspen aber deutlich weniger Verkehr auf der Piste. Außerdem war es ein Riesenspaß mit Pureboarding und deren Reisegruppe die Berge zu rocken. Es war uns eine Ehre mit euch zu carven...

Vail ist stark an österreichischem Vorbild orientiert errichtet (der Ort). Aspen ist eine richtige Westernstadt mit viel Wildwest-Flair. Teuer ist beides. Ein Tagespass für den Erwachsenen:100$! Wir empfehlen definitiv, bereits einige Monate vor der Reise die Lifttickets als "Epic Pass" (Vail) oder andere Art von Saisonkarte zu kaufen - somit reduziert sich der Tagespreis auf ca. 65 $.

Die Anreise ist strapaziös, aber wir werden es sofort wieder auf uns nehmen, wenn der Geldbeutel es hergibt. Das ist es echt wert!

Möge die Kante mit euch sein.....

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