justcarve

VAIL 2009

Der Kanzler in Vail

Hallo meine lieben Carvingfreunde,

wenn Ihr schon mal auf der Seite der WCS Aspen von Jörg Egli wart, dann könnt Ihr Euch schon ausmalen, was Ihr hier lesen werdet. Denn Vail und Aspen liegen etwa nur zwei Autostunden auseinander in Colorado/USA. Also ein Katzensprung für dortige Verhältnisse. Diese Gebiete sprengen Eure kühnsten Vorstellungen von einer optimalen Carvingpiste und strafen Euch Lügen, wenn Ihr dachtet, daß Ihr mit weiteren fünf Sportsfreunden (Steckenkönige) allein auf einer Piste seid. Hier habt Ihr wirklich Platz.

Aber mal ganz von vorn.

Wer in die USA will, hat es nicht ganz leicht mit der Einreise. Erkundigt Euch bei Eurem Reisebüro, ob Ihr alle Formalitäten im Vorfeld erledigt habt.Bei Eurer ersten Landung in den Staaten müßt Ihr Euch registrieren lassen und angeben, was Ihr dort wollt und wie lange etc.. Wenn Ihr das geschafft habt geht der Urlaub los. der Fulghafen Denver ist sehr gepflegt und bei gutem Wetter könnt Ihr bereits von hier aus die Rrockies sehen, das ist ein Traum.

Mit der Karre braucht man etwa zwei Stunden nach Vail und kommt bereits auf dem Paß auf die stattliche Höhe von über 3000 Meter ü.M..

Vail selbst ist recht schön. Wer denkt, daß dort riesige Hotelbunker völlig stillos die traumhafte Landschaft verschandeln (wie in Frankreich), der hat sich getäuscht. Die Amis bemühen sich, daß es dort aussieht wie in Österreich, nur etwas größer halt. Alles wirkt sehr gepflegt. An dieser Stelle möchte ich bemerken, daß ich während unserer zwei Wochen Aufenthalt auf keinem WC war, das nach Pisse gestunken hat. Ich will Euch aber auch nicht verschweigen, daß es in Vail kein Doppelzimmer unter 200 Dollar/Nacht gibt. Ach ja: die Fußgängerzone verfügt über eine "Fußbodenheizung"-ohne Scheiß, ist wirklich wahr.

Wir konnten bei Kerstins Schwester pennen, die glücklicherweise in Vail arbeitet.

Aber jetzt zum Schigebiet.

Genial! Das trifft es am besten. Es fängt am Lift an. Die Liftboys und das Servicepersonal ist freundlich und vor allem hilfsbereit. Da wird auch den Leuten, die sich beim Ein- oder Aussteigen auf die Nase legen, geholfen beim Aufstehen. Wenn Ihr die Pisten das erste mal seht glaubt Ihr, daß Ihr noch träumt. Breit, eben, frei, voller Schnee, zum Carven gemacht. Die vielbesagte Beschaffenheit des Schnees habe ich auch bemerkt, aber ich kann sie irgendwie nicht treffend beschreiben. Die Pisten sind halt griffig, man fühlt sich sicher. Wenn es schneit, dann richtig. Dann gibt es sehr viel Schnee und mit nem schmalen Raceboard muß man etwas aufpassen, daß sich die Nase nicht eingräbt, aber auch die Amis haben Pistenraupen, mit denen sie nicht geizen. Da kommen schon mal 13 solcher Dinger auf einmal den Spielplatz hochgefahren. Präparieren können die dort auch. Es ist nicht so, daß alles Powder wäre. Was als Piste ausgewiesen ist, ist fast immer präpariert. Ihr könnt dort Euch und EurenBrettern alles abverlangen ohne dabei ständig aufpassen zu müssen, daß Euch nicht ein völlig verblödeter Schußfahrer aufgabelt. Es kommt schon vor, daß man nicht alleine auf der Piste ist, aber so ein Pulk ist schnell vorbei gefahren und danach hat man die Strecke wieder für sich.

Die Liftanlagen sind in einem sehr guten Zustand und laufen schnell. Bemerkenswert ist, daß sich dort sehr diszipliniert angestellt wird. Mir ist in acht Pistentagen keiner aufs Brett gestiegen! Hier hat keiner Angst, daß er zu kurz kommt, denn es ist viel genug für alle da. Witzig sind die etwas verstörten bis mitleidvollen Blicke der Liftjungs auf unser Fahrgerät. Sie müssen denken, daß wir nicht in der Lage seien, ein "richtiges Snowboard" (mit Gummistiefeln), zu fahren. Na ja, der Kreis der Erleuchteten ist eben klein.

Die Hütten sind auch durchweg gepflegt und bieten abwechslungsreiche Küche an, von Salat bis Burger, mexikanisch, italienisch...

Also mein Fazit für alle Carver da draußen ist: solltet Ihr irgendwie die Gelegenheit haben, und sei es der einzige Snowboardurlaub der Saison, dann müßt Ihr dort hin. Egal ob Vail oder Aspen. Das ist der Snowboardhimmel!

Wir von justcarve haben uns vorgenommen mal mit Pureboarding nach Aspen zu fliegen, vielleicht treffen wir uns ja dort.

Möge die Kante mit Euch sein.

Der Kanzler

 zurück